| Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul |
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Geschichte und Ausstattung der Inninger Pfarrkirche < |
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Der Turm < |
| > Die abgegangene Friedhofsbefestigung < |
| > Die ehemalige Seelenkapelle < |
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| Geschichte
und Ausstattung der Inninger Pfarrkirche |
Die eindrucksvolle
stattliche Kirche (Gesamtlänge 36,5 Meter) liegt beherrschend im nördlichen Teil des Ortes
und ist von einem ummauerten - jetzt
aufgelassenen - Friedhof umgeben (siehe unten). Sie ist - zusammen mit ihrer
guten, einheitlichen Ausstattung - das bemerkenswerteste Beispiel eines ländlichen Sakralbaus des
früheren 18. Jahrhunderts im Augsburger Kreisgebiet.
Der Neubau der Kirche im Jahre 1713 (Grundsteinlegung am 2. März, zusammen mit
Göggingen) scheint alten Kirchenrechnungen zufolge eine nahezu selbstständige beachtliche Leistung eines
bauverständigen Laien zu sein,
wenn auch der Plan vom damals fürstbischöflichen Bauaufseher Valerian Brenner wohl
überarbeitet wurde. Am Bau beteiligt ist auch der Gögginger
Maurermeister Konrad Schwarz. Die Konsekration erfolgt am 17. Oktober 1713
(wieder zusammen mit Göggingen) durch Weihbischof Johann Kasimir Röls. |
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Im Inneren der Kirche findet sich reicher Stuck in Wessobrunner Art (vielleicht von dem Gipsmeister Georg
Vogl, der 1729 Ausbesserungsarbeiten vornahm).
Die Deckenbilder im Chor und Langhaus stammen ursprünglich aus der Zeit um 1713, die Hauptbilder im
Langhaus wurden jedoch 1729 von Johann Baptist Heel aus Göggingen neu
gemalt.
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Die Kanzel ist ein
schwungvolles Werk von Joseph Einsle aus Göggingen (1750), aus Holz gefasst und mit vergoldeten Ornamenten, als
Bekrönung
die Holzfigur des Hl. Johannes des Täufers.
Die drei Altäre (Hochaltar 1717, Seitenaltäre um 1724) sind prunkvolle
Holzaufbauten mit Marmorierung und vergoldeten Ornamenten, die Säulen blau
gefasst. Sie alle stammen aus derselben Werkstatt, der Meister ist jedoch nicht
bekannt. Im linken Seitenaltar findet sich eine Muttergottes von
Einsiedeln, die angeblich 1716 nach Inningen verbracht wurde.
Weiterhin auffallend sind das Chorgestühl, der Taufstein (die moderne Nachbildung eines Muschelbeckens aus Rotmarmor mit
Balasterfuss aus 1966), das
neubarocke Orgelgehäuse (2. Hälfte 19. Jhdt.), sowie zahlreiche Holzfiguren
(insbesondere das Kruzifix unter dem Chorbogen, Anfang 18. Jhdt.).
Die Kirche wurde im Jahre 1763 einer grösseren Reparatur unterzogen, weitere Restaurierungen fanden 1902, 1947/48 (innen), 1962/63 (aussen), 1964/65
(Turm) und 1966/67 (innen) statt. |
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| Der Turm |
| Der Turmunterteil
stammt aus verschiedenen romanischen Bauperioden des 12. und 13. Jahrhunderts. Sein Oberteil war 1665
baufällig und musste drei Jahre später abgetragen und neu aufgemauert werden. |
Der
mächtige Turm (Gesamthöhe 54 m) ähnelt in seinen Gliederungsmerkmalen allen
benachbarten Türmen an der "Hochstrasse" zwischen Göggingen und
Schwabmünchen und ist in seinem Volumen den Beispielen in Bobingen und
Schwabmünchen verwandt. Das 1668 aufgesetzte Oktogon ist im Detail vom Augsburger
Ulrichsturm beeinflusst und im übrigen das Vorbild für den 1681
entstandenen Turmoberbau der Augsburger St. Georgskirche.
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| Die
abgegangene Friedhofsbefestigung |
| Wie die meisten
grossen Orte an der "Hochstrasse" hatte auch Inningen einen befestigten Friedhof. |
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Nach einer Beschreibung um 1856 mit zwei
Toren, von denen eines mit Satteldach, das andere mit Zeltdach gedeckt war. Ein Turm
befand sich an der Südostecke, der andere an der Südwestecke der Anlage.
Reste der alten, z.T. sehr hohen spätmittelalterlichen Mauer sind noch auf der
Westseite zu sehen. Ansonsten wurde die imposante Friedhofsbefestigung in der 2.
Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebrochen. |
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| Die ehemalige
Seelenkapelle |
| An der westlichen
Friedhofsmauer findet sich eine Korbbogennische zwischen Pilastern, die ehemalige Seelenkapelle. Im Giebel des Satteldaches sieht man
eine Tonplatte mit der Jahreszahl 1714.
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Quelle:
- Landkreis Augsburg - Autoren: Wilhelm Neu und Frank Otten - erschienen 1970 |